Ostergruß 2022

Liebe Gemeinde von St. Nikolaus in Mainz-Mombach!

Bei dem Karmeliter Pater Dr. Reinhard Körner fand ich folgenden Witz,
den sich Christen in der früheren DDR gerne erzählten:


„Gott sei Dank“, sagte die Bäuerin, „es kommt Regen.“
„Aber Genossin“, antwortete der Kolchos-Vorsitzende,
„du weißt doch, einen Gott gibt es, Gott sei Dank, nicht.“
„Sicher, Genosse, aber wenn es nun, was Gott verhüten möge,
doch einen gibt?“


Mehr denn je stehen auch wir heute vor einer Glaubens-Entscheidung:
Gibt es Gott oder gibt es ihn nicht?
Gerade angesichts des Elends in der Welt, dem Leid der Opfer. Den Tod
unschuldiger Menschen, der Gefahr eines Atomschlages und dritten
Weltkrieges, der Entrüstung über den Krieg in der Ukraine, und
angesichts der Unmenschlichkeiten des Menschen wird diese Frage
nach Gott immer dringlicher.

Das Leiden und auch der grauenvolle Tod Jesu von Nazareth hat sich
vor ihm und nach ihm millionenfach wiederholt. Doch der Sieg der Liebe
über Tod und Gewalt scheint in der Lebenswirklichkeit der Menschen zu
verschwimmen.

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ fragten die Engel am Grab
Jesu.
„Gott hat Christus von den Toten auferweckt“ ist eines der ältesten
Bekenntnisse der Augenzeugen, die mit diesem Bekenntnis eine neue
Lebensentscheidung und Lebensform eröffneten. Fortan lebten Christen
aus dem Geist des gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus
Christus. Er hat uns einen Weg zu Gott als einen Weg der
bedingungslosen Liebe erschlossen und mit seiner Auferstehung
bezeugt, trotz aller Gewalt, allem Leid, aller Zerstörung menschlicher
Würde.

Das „Schalom“ – „Der Friede sei mit euch“ des Auferstandenen bestärkt
unsere Entscheidung.
Es ist eine ganz persönliche Entscheidung auf Leben und Tod.
Es stärkt, diese Entscheidung für Gott und für das Leben nach dem Tod
im Kreis der Gläubigen leben zu dürfen.

Es stärkt, im Grenzbereich eigener Leiderfahrung und Glaubens-
Verdunkelung, die Begegnung mit dem Auferstandenen in der
Eucharistie feiern zu können.

Es ist eine Entscheidung für den Frieden, wo immer Macht missbraucht
und die Würde der Menschen verletzt werden, um hier in Versöhnung
und Frieden zu investieren.

Der Geist Gottes gibt uns ein einmaliges Geschenk im Osterglauben:

„Mach es wie Gott, werde Mensch!“ (Bischof Kamphaus). Wir bekommen
die Kraft, das Unmenschliche, das Böse, das Leben-Zerstörerische um
uns und in uns zu verwandeln in ein Leben in Fülle.

Gott segne Euch!
Frohe Ostern!

In herzlicher Verbundenheit

Euer Gemeinde-Vorstand
Gottfried Keindl (Pfarrer)
P. Linto Thekkekunnel O. Carm. (Kaplan)
Georg Philipp Melloni (PGR-Vorsitzender)
Francisco Payán Barrio (stellv. KVR-Vorsitzender)
Susann Rohmer (stellv. PGR-Vorsitzende)
Christian Kanka (KVR-Mitglied, Ortsvorsteher)

Und das Pfarrbüro:
Birgit Hirschmüller (Sekretärin)
Norbert Pohl (Sekretär)