Wort des Pfarrers zur Krise und zum Ausfall der Gottesdienste

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Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser.

 Die getroffenen staatlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona Virus sind ein gewaltiger Eingriff in die Religionsfreiheit und in unsere Grundrechte. Die Gefahr explosionsartiger Ausweitung der Pandemie und die Zunahme der Sterbefälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus machen diese Maßnahmen unumgänglich.

Weil der Höhepunkt der Pandemie keinesfalls erreicht ist und die Entwicklung und Ausbreitung der Krankheit in den nächsten Tagen weiterhin sehr unberechenbar bleiben, ist jeder unnötige Kontakt zu vermeiden und jede öffentliche Aktion zwingend und kompromisslos zu unterbinden!

Ich befürworte daher auch die kirchlichen Anordnungen.                  Gleichzeitig sehe ich den fast übermenschlichen Einsatz der Ärzte, Pflegekräfte, der Helfer und auch der Angestellten in der Lebensmittelbranche. Hier ist ein großes Danke angebracht. Sorgen bereitet mir dennoch die Tatsache, dass so viele Menschen weltweit an dem Corona-Virus erkranken oder gar sterben und viele gezwungenermaßen isoliert sind. Es erstaunt mich immer wieder, wie oft Freunde und Bekannte selbst mich anrufen und sich nach mir erkundigen. Diese Telefonkette tut gut. Wenn Sie Hilfe brauchen, bitte rufen Sie im Pfarrbüro (06131 210 300 0) oder bei mir direkt (0171 1264212) an, wir bemühen uns zeitnah Hilfe zu organisieren.

Im Blick auf unsere Gottesdienst-Gemeinde bleiben aber auch noch weitere Sorgen. In allen Debatten über Priestermangel und Kirchen- und Glaubenskrise habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass für uns Katholiken die Eucharistiefeier wesentlich und Existenz-notwendig ist. Nun stehen wir vor einem Dilemma. Bedingt durch das Corona-Virus erleben wir die abrupte Absage der Gottesdienste und nun sogar die Unmöglichkeit, die Kar- und Ostertage als Gemeinde zu feiern. Die Absage ist alternativlos, wollen wir uns nicht gegenseitig gefährden oder gar Schwächere in den Tod treiben. Der gesunde Menschenverstand gebietet heute “physische” Distanz! Es ist dies aber das exakte Gegenteil dessen, was in der sakramentalen Feier der Eucharistie stattfindet.

Wenn ich als Pfarrer zusammen mit meiner Haushälterin Melitta Kahler abgesondert von der Außen- welt und meiner Gemeinde die Eucharistie stellvertretend für Mombach und Budenheim feiere, so sehe ich durchaus das stellvertretende Zeichen in diesen Krisenzeiten, aber es fällt mir auch sehr schwer, ohne Gemeinde die Eucharistie zu feiern. Die Feier der Eucharistie ist nicht Privatsache des Priesters! Alle Getauften sind Träger der Feier und gemeinsam verkünden wir den Tod und die Auferstehung des Herrn.

Hinzu kommt das physische Erleben der Kommunion, die engste Verbindung unserer Menschlichkeit mit der Kraft der göttlichen Gegenwart. Der Empfang der Kommunion gibt uns Halt, Sicherheit und auch Kraft, besonders auch in persönlichen Krisen und auch in den Krisen einer Pandemie. Das Hinaustragen der Eucharistie in unsere Häuser durch Kommunionshelfer scheitert an den von der Politik und Kirche erlassenen Maßnahmen. Wir kennen aber auch in Mombach die Praxis, dass jeden Sonntag eine Reihe von Familienangehörigen die Kommunion für ihre kranken oder altersschwachen Angehörigen mitnehmen, und sie so teilhaben lassen an unserem Gemeinde-Gottesdienst. Gerne bin ich bereit, gerade in dieser Krisenzeit diese Praxis beizubehalten, dass nämlich engste Familien-Angehörige, die in Hausgemeinschaft mit ihren Angehörigen leben, nach vorheriger telefonischer Anmeldung bei mir die Kommunion – unter Beachtung der bekannten Distanz- und Hygienemaßnahmen – abholen können und gerade für ihre alten oder kranken Angehörigen die Kommunion so zum Lebenselixier und Glaubenszeugnis werden zu lassen.

Für die Sterbesakramente verweise ich auf den Priesternotruf (06131 253 828).

Spirituell erinnert mich irgendwie das Ganze auch an das Verhalten der Jünger-Gemeinschaft nach dem Tod Jesu, als die Jüngerinnen und Jünger aus Furcht bei verschlossenen Türen beisammen waren. Da kam Jesus durch die verschlossenen Türen in ihre Mitte und sagte: „Friede sei mit Euch!“ (vgl. Joh 20,19-20).

Wenn wir uns zu Hause im Namen Jesu versammeln, so gelten seine Gegenwart und sein Friedensgruß auch uns heute! Er ist mitten unter uns. Darum macht es Sinn, in unseren Häusern bewusst die Kar- und Ostertage mitzufeiern.

Wir haben Ihnen dazu eine Anregung des Liturgiereferates unseres Bistums in und die Vorlagen für Hausgottesdienste am Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern diesem Osterbrief beigelegt.

Folgende Regelungen gelten für St. Nikolaus in Mombach:

1.      Grundsätzliches:
  • Bis zum April 2020 werden es keine öffentlichen Gottesdienste geben.
  • Die Kirche ist von 07:00 Uhr morgens bis 19:30 Uhr abends für das persönliche Gebet geöffnet.

Bitte beachten: es dürfen sich nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig im Kirchenraum aufhalten!

  • Ab Gründonnerstag (nach 19:30 Uhr) kein Glockengeläut bis Ostersonntag!
2.      Palmsonntag
  • Kein Gottesdienst in der Keine Palmweihe. Ich werde am Palmsonntag die Messezusammen mit Melitta im Pfarrhaus stellvertretend für die Gemeinden Mombach undBudenheim feiern.

2.2. 3.1.2.  Wer für sich zu Hause einen Palmzweig (Buchsbaum oder Olivenzweig) haben möchte, soll ihn sich selbst besorgen. Er/Sie kann diesen dann kraft seiner eigenen   Taufweihe im Kreis der Familie segnen. Ein Segensgebet füge ich im Abschnitt „Palmsonntag“ dem „Impuls für die Heilige Woche“ bei.

Link zu Impuls für die Heilige Woche

3.      Gründonnerstag
  • Kein Gottesdienst in der Ich werde am Gründonnerstag die Messe zusammen mit Melitta im Pfarrhaus stellvertretend für die Gemeinden Mombach und Budenheim feiern.
  • Siehe auch die Vorlage Hausgottesdienst am Gründonnerstag.
  • Die Kirche wird um 17:00 Uhr

Link zu der Vorlage Hausgottesdienst am Gründonnerstag

4.      Karfreitag
  • Keine Karfreitags-Liturgie in der
  • Siehe auch die Vorlage Hausgottesdienst am Karfreitag.
  • Die besondere Fürbitte habe ich im „Impuls: Heilige Woche“ mit
  • In der Mitte des Altarraums vor den Altarstufen steht das große Kreuz.

Link zu der Vorlage Hausgottesdienst am Karfreitag

5.      Osternacht
  • Für die Feier der Osterliturgie sind per Sonderregelung maximal 5 Personen mit demEinhalten der Hygienevorschriften und dem nötigen Abstand
  • Ich werde mit fünf freiwilligen und ausgewählten Mitgliedern aus Vorstand, PGR, KVR oder liturgische Dienste, die stellvertretend für die Gemeinde am Karsamstag um 20:00 Uhr in der Kirche die Osternacht in verkürzter Form
  • Die Kirche ist ab 15:00 Uhr und während des Gottesdienstes geschlossen!
6.      Ostersonntag
  • Kein Gottesdienst in der Ich werde am Ostersonntag die Messe zusammen mit Melitta im Pfarrhaus stellvertretend für die Gemeinden Mombach und Budenheim feiern.
  • Siehe auch die Vorlage Hausgottesdienste am Ostersonntag.

Link zu der Vorlage Hausgottesdienst am Ostersonntag

  • Mit dem Glockengeläut um 10:00 Uhr (15 Minuten) wird die Kirche geöffnet und die Osterkerze entzündet.
  • Becher mit den Osterkerzen stehen an der brennenden Osterkerze Jeder Beter kann

sich so seine Kerze entzünden und mit nach Hause nehmen.

  • Um 12 Uhr läuten am Ostersonntag alle Glocken 15 Minuten lang und laden zum Halleluja

 

Liebe Gemeinde,

vom Verstand her weiß ich, dass wir auf unsere so liebgewonnenen und schon selbstverständlichen sozialen Kontakte verzichten müssen, im Herzen aber fehlt Ihr mir sehr.

Alles Liebe und Gute Pfr. Gottfried Keindl

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