Heilig Geist Kirche

Westring 315
55120 Mainz

Die Kirche Heilig Geist wurde in den Jahren 1972/73 als jüngste katholische Kirche in Mombach erbaut. Am 1. Nov. 1969 wurde in dem Neubaugebiet „Am Westring“ eine neue Pfarrei gegründet. Die junge Pfarrgemeinde war auch von der Altersstruktur eine junge Gemeinde. Schon damals spielte bereits der Priestermangel eine entscheidende Rolle und die Erkenntnis, dass eine Umkehr dieser Tendenz nicht zu erwarten war. Nach intensiven Planungsgesprächen hat man sich nicht für eine klassische Kirche sondern für ein Gemeindezentrum entschieden.

Nach Plänen von Architekt Bernhard Schmitz wurde neben entsprechenden Veranstaltungs- und Besprechungsräumen ein großer zentraler Gemeindesaal gebaut, der zu Gottesdiensten mit einem Kapellenraum verbunden werden kann.

Am 18. März 1972 wurde der Grundstein gelegt und am 14. Januar 1973 das Gemeindezentrum feierlich eingeweiht. – Die Pfarrgemeinde gab sich den Namen „Heilig Geist“ in Anlehnung an eine alte Flurbezeichnung „Ob dem Heiligen Geist“. Die erste soziale Einrichtung in Mainz, das Hospiz Heilig Geist, hatte Besitz auf dem heutigen Kirchengelände, einem ehemaligen Waldgebiet. Äußerliches Zeichen des Kirchengeländes ist ein großes Holzkreuz links vom Eingang und davor eine stilisierte, leicht erhöhte Kanzel. Rechts oben am First des erhöhten Gebäudeteils ist eine Beton-platte angebracht mit einer Grafik von Architekt Bernhard Schmitz Die Buchstaben der Grafik in Kreuzform bedeuten:
H(aus) D(er) K(atholischen) G(emeinde). Die Abbildung einer Taube steht für die Worte - Heilig Geist -.

 

 

Beim Betreten des Gemeindezentrums fällt sofort die Funktionalität des Zentrums auf.

Geradeaus, durch die z. Z. ruhende Pfarrbücherei und den Begegnungsraum, kommt man zur Küche der Kindertagesstätte. Rechts vom Eingang geht es zum Gemeindesaal mit anschließender Kapelle. Vorher sollte man nicht versäumen am Zimmer des Pastoral-referenten anzuklopfen, um einen Blick auf den interessanten Grundstein (gestaltet von Hannes Gaab, Mainz) zu werfen. 

 

 

Auf dem Weg zum Gemeindesaal befinden sich die Wirtschaftsräume des „Mittagstisches“. Danach betreten wir durch eine Glastür den großen Gemeindesaal. Hier fällt am Ende des Ganges ein Glasfenster auf, das von dem Mainzer Künstler
Peter Paul Etz in dunklen, grünen, violett und grau gehaltenen Tönen gestaltet wurde: die Arche Noah auf stürmischer See: darüber, vor dunklen Wolken, ein Regenbogen, der sich über das ganze Fenster spannt. Links oben im Fenster werden die Wolken heller, aus denen eine weiße Taube mit einem Ölzweig im Schnabel schwebt.
Vor dem Glasfenster führt rechts eine Tür hinaus zum Ausgang auf den Parkplatz und zum Raum für den „Mittagstisch“

 

 

Im Gemeindesaal selbst kommt der Mehrzweckcharakter zum Ausdruck:
Ein hoher Raum mit kühlen grauen Betonpfeilern und einer einfachen Betondecke. Optisch und baulich davon getrennt, der zu Sonntagsgottesdiensten integrierbare Kapellen- und Altarraum. Trotz aller Sachlichkeit lädt die gelbliche Bespannung der Wände mit Strohmatten, das warme braun des Fußbodens, der bis in den Altarraum reicht und die braune Bestuhlung, die zu den Gottesdiensten auf den Altar ausgerichtet ist, zum Verweilen ein.

Der braune Holzaltar bildet zusammen mit dem Wandgestühl einen harmonischen Kontrast zur weißen Kalksteinwand hinter dem Altar. An der hellen Wand der Korpus Christi aus dem 18. Jahrh. –  leider in den letzten Jahren nicht glücklich restauriert – fokussiert den Blick auf das Wesentliche.

12 kleine Kreuze an der Wand über dem Korpus, aus hervorstehenden Kalksandsteinen gestaltet, symbolisieren die 12 Apostel. Links neben dem Altar steht ein einfacher Ambo aus Holz und rechts ein großes geschmiedetes Kreuz. Die Holzarbeiten (Altar, Ambo und Gestühl) im Altarraum wurden von Prof. Helmut Starke entworfen und das geschmiedete Kreuz von Kunstschmied Gradinger (Gonsenheim) gestaltet. Der Tabernakel, rechts im Altarraum, von Prof. Erwin W. Hupert, spannt mit seiner Gravur den Bogen vom Geheimnis der Eucharistie zur Pfarrgemeinde, seinen Bewohnern, den Häusern, Obstbäumen dem Rhein und den Taunusbergen. Von Prof. Erwin W. Hupert stammt auch die Taufschale. Links im Altarraum steht eine kleine Orgel.

 

Der Altarraum selbst kann durch schwere, dunkle, blaugrüne Vorhänge vom großen Gemeindesaal abgetrennt werden. Dadurch ist der Gemeindesaal auch für Veranstaltungen wie Gemeindefeste, Konzerte oder andere Gemeindeveranstaltungen zu verwenden.

Die abgetrennte Kapelle mit Altarraum ist der geeignete Ort für Eucharistiefeiern im kleinen Kreis um den Altar, wie z.B. an Werktagen.


Außerhalb des Altarraums befindet sich links die ehemalige Beichtkapelle mit einem weiteren Glasfenster von Peter Paul Etz: das Heilig Geist Fenster in verschiedenen gelben und grünen Tönen mit Feuerzeichen, die sich in den Fensterfarben fast auflösen.

Von der ehem. Beichtkapelle führt ein Gang, vorbei am Gemeindesaal links und dem Treppen-abgang zur Kindertagesstätte und der der Sakristei, rechts. Am Ende sind wir wieder bei der Küche der Kindertagesstätte und haben somit unseren kleinen Rundgang beendet.

Dieter Ertel/Januar 2011
-Text und Bilder-

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