Impuls: Die Heilige Woche

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Seit unserer Kindheit hören wir die vertrauten Texte der Leidensgeschichte, feiern wir die Karwoche und jubeln an Ostern. In diesem Jahr ist alles anders. Ohne Gemeinde, ohne die gemeinsamen
Gottesdienste sind wir zu Hausgottesdiensten eingeladen.
Wir sind gezwungen als Gemeinde auf die Feier der Eucharistie und auf den Empfang der
Hl. Kommunion zu verzichten. Dieser Verzicht auf die Eucharistie und den Empfang der Kommunion
stellt uns in die Dunkelheit des Karfreitags, ist ein Zeichen der Solidarität und der Bitte um tiefe Liebe,
aber auch ein Zeichen der Sehnsucht nach der Vereinigung mit Gott.
Die folgenden Impulse sollen helfen, die „Heilige Woche“ zu verstehen.

Palmsonntag
Der Palmsonntag eröffnet die Feier der Heiligen Woche, er steht am Eingang der Karwoche und ist der Auftakt für den gesamten österlichen Weg.
Die Palmprozession wurde schon um das Jahr 400 in Jerusalem festlich begangen. Die Christen trafen sich am Nachmittag auf dem Ölberg, hielten dort Wortgottesdienst und zogen dann mit dem Bischof
in feierlicher Prozession in die Stadt, wobei die Kinder Oliven- und Palmzweige trugen.

Das „Hosanna“, ergänzt mit dem messianischen Titel „Sohn Davids“, heißt wörtlich „Hilf doch!“ das ist auch der Kernsatz von Psalm 118 „Ach Herr, hilf doch!“ und gehört ins Zentrum der jüdischen PessachLiturgie. Noch einmal wird aus dem Alten Testament zitiert, wenn die Menge Jesus entgegen ruft:
“Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.” (Psalm 118,26) Mit diesem Ruf wurden einst die Festpilger im Tempeltor begrüßt.
Dieses Hosanna – „Hilf doch!“ ist kein Bitt- sondern ein Jubel-Ruf. Vergleichbar mit dem „Kyrie eleison“ der ersten drei Jahrhunderte. Beim Einzug des römischen Kaisers in eine Stadt wurde ihm das „Kyrie
eleison“ jubelnd entgegengerufen im Sinne: Herr, du bringst unserer Stadt Segen, Freude und Frieden.
Der messianische Jubelruf Hosanna erklingt heute gegen die sich ausbreitende Hoffnungslosigkeit, darum schwenken wir Symbole des Lebens, des Sieges, des Friedens.

Segnung der Palmzweige
Ewiger Gott, segne + diese grünen und geschmückten Zweige.
Sie sind Zeichen des Lebens, das wir von dir erhoffen und an das wir glauben.
Segne + unseren Weg mit Jesus.
Segne + alle unsere Wege und alle, mit denen wir auf dem Weg sind.
Segne + uns, unsere Lieben, unsere Gemeinde St. Nikolaus und unseren Mainzer Stadtteil Mombach, damit wir im friedlichen Zusammenleben mit unterschiedlichsten Religionen, Konfessionen, Nationen und Kulturen die Spuren Deiner Liebe feiern.                              Dir sei Lob und Ehre in alle Ewigkeit.                                                                Amen

Nach dem Evangelisten Matthäus zieht Jesus auf einer Eselin und ihrem Füllen ein. Hier greift der Evangelist auf den Segen Jakobs über seinen Sohn Juda zurück, aus dessen Stamm man den Messias erwartete: “Er bindet seinen Esel an den Weinstock, an die Rebe das Junge seiner Eselin.”
(Genesis 49,11) Matthäus will mit der Anspielung auf die Eselin und ihr Junges also sagen, dass hier der einst von Jakob vorausverkündete Herrscher der Völker kommt. Der Esel ist hier wie an anderen
Stellen des Alten Testaments ein Tier, auf dem Vornehme reiten. Aus dem Propheten Sacharja (9,9) zitiert derselbe Evangelist: “Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin.” Die Milde ist es, die das Bild dieses Königs bestimmt.
Als gänzlich untypischer, als sanftmütiger und milder König wird Jesus wenig später vor seinen Richtern stehen.

In der Liturgie verbindet sich das Gedächtnis des königlich-messianischen Einzugs Jesu in Jerusalem
mit seinem schmerzvollen Leiden und Sterben am Kreuz.
„Die Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Matthäus berührt mich besonders.
Sie ist von einem getroffenen, verwundeten Juden erzählt.
Matthäus war mit Leib und Seele Jude – und von den Verantwortlichen seines Volkes zutiefst enttäuscht. Er weiß, wer Jesus ist; er sieht in ihm immer wieder „die Schrift erfüllt“, aber sie erkennen ihn nicht. Sie stacheln das Volk auf, das bisher immer zu Jesus gehalten hat … Und als Matthäus sein Evangelium niederschreibt, hat er die Katastrophe ganz Israels miterlebt: die Zerstörung Jerusalems und des Tempels und die Zerschlagung des Volkes.“
(Alfred Carl † ehem. Pfarrer in Aachen)

Gebet
Gott, dein Sohn Jesus Christus ist uns Bruder geworden. Mit uns teilt er das Leben, zu dem Leid und Tod gehören. Er hat gelitten, er ist gestorben, damit sich für uns das Tor des Lebens öffnet. Wir bitten dich: Hilf uns, ihm zu glauben und zu vertrauen, damit auch für uns
Ostern werde. Schenke uns diese Hoffnung und lass sie uns mutig ergreifen, durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt im Heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Gründonnerstag
Gründonnerstag ist der Tag der Freuden-Tränen. Das verweist zunächst auf den Ursprung, dem dieser Tag seinen Namen verdankt (mittelalterlich: greinen = weinen). Gemeint sind die Freudentränen der Büßer, die nach längerem Ausschluss von der Eucharistie-Gemeinschaft wieder mit Gott und seiner Kirche versöhnt wurden. Für die Betroffenen war das ein bewegender Augenblick. Wir können
uns gut vorstellen, wie sie vor Freude weinten.

„Begreift ihr, was ich an euch getan habe?“, fragt Jesus.
Der Wortgottesdienst mit der Fußwaschung erinnert an das Geschehen im Jerusalemer Abendmahl-Saal, damit dieses Zeichen der Liebe und Hingabe Jesu uns selbst zum Zeichen werde.

„Tut dies zu meinem Gedächtnis“ beauftragt uns Jesus.
Im Vorgriff auf seine Lebens-Hingabe sagt Jesus: „Das ist mein Leib für euch.“ Und: „Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Wir feiern unsere Gemeinschaft
mit Jesus bis auf den heutigen Tag.

„Heute bittet er um unseren Hunger nach Gott und will uns im Bissen Brot sein Leben mitteilen.
Heute werden wir hineingenommen in die Gemeinschaft derer, die er mit sich beschenkt.
Heute werden wir gefragt, welchen Platz wir einnehmen wollen in der Nähe Jesu.
Heute bittet er uns:

Lasst euch meine Wunder gefallen, vergesst mich nicht trotz eures löchrigen Gedächtnisses.
Lasst euch Vergebung schenken, lasst euch beschenken und das Wunder weitergeben, das
wir empfangen.“ (Kurt Josef Wecker)

Der abschließende Teil der Gründonnerstags-Feier ist eine Hinführung zur Ölberg-Nacht sowie zur Verhaftung und Passion Jesu. Der Abschluss der Liturgie wirkt durch Stille und Einfachheit und
endet mit der symbolischen „Nacht des Wachens“.

Gebet
Gott, du hast ein Gedächtnis gestiftet deiner Wunder. Niemand von uns wäre auf diesen Gedanken gekommen, dass dein Sohn uns unter Brot und Wein seine leise Gegenwart schenkt.
Er belässt es nicht bei bloßen Worten; im Abendmahl stillt er unseren Lebenshunger und sucht die Nähe der Sünder.
Lass uns mit wachem Herzen empfangen, was er uns schenkt. Lass uns die Liebe teilen, die er uns gibt. Lass uns in seiner Gemeinschaft das österliche Leben feiern, das auf uns zukommt.
Und verwandle uns in deiner Liebe zu Zeugen deiner Gegenwart. Darum bitten wir dich im Heiligen Geist durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Karfreitag
Das ganze Jahr über blicken wir in aller Selbstverständlichkeit auf das Kreuz und auf den Gekreuzigten.
Das Kreuz ist Symbol für unseren christlichen Glauben und unsere Hoffnung. Wir hängen es in unsere Wohnungen, tragen es am Kettchen um den Hals und beten in unseren Kirchen vor dem Zeichen des
Kreuzes.

An Karfreitag schaue ich mir das Kreuz jedoch mit anderen Augen an: Ich sehe darin das, was es am Anfang des christlichen Glaubens war: ein Werkzeug der Folter und der Todesmarter, Symbol der Sinnlosigkeit und der Unmenschlichkeit. Das Kreuz konfrontiert uns mit Leid und Tod, mit dem, wozu Menschen in der Lage sind, mit den Abgründen der menschlichen Seele.
Ein Mensch, der in Kreuzesform dasteht – aufrecht, mit ausgestreckten Armen – ist angreifbar, öffnet sich, setzt sich aus und macht sich verletzlich. Bereits die frühen Kirchenväter sahen in dieser
Körperhaltung die Vereinigung aller menschlichen Gegensätze: Geist und Materie, Engel und Tier,
Gott und Mensch.

Das Kreuz als Bild für den Menschen: aufrecht stehend zwischen Himmel und Erde, ausgespannt zwischen Ja und Nein, Liebe und Hass, Einsamkeit und Gemeinschaft, Krankheit und Wohlergehen, Gefangenheit und Freiheit, Wollen und doch nicht Können, Reinheit und Sündhaftigkeit.

Im Kreuz erkennen wir uns selbst, stellen wir uns unserer Zerrissenheit, unseren Gegensätzen, dem, was wir sonst ausblenden, nicht wahrhaben wollen. Indem der Mensch ja sagt zu seinen Gegensätzen, zerreißen sie ihn nicht mehr. In der Achse des Kreuzes kommen wir zur Mitte, zur Ruhe und lernen, uns von Gott annehmen zu lassen.

Gebet
Geheimnisvoller Gott, wir stehen vor dem Kreuz deines Sohnes und denken an das Leid dieser Welt. Es hat so viele Gesichter. So viele Schmerzen sind auszuhalten und ungezählte Tränen zu
weinen. So viel Bosheit und Gleichgültigkeit weit und breit. Wir denken an die seelischen Folgen von Missbrauch und Gewalt bei den Opfern. Im Todesschrei deines Sohnes sammeln sich die
Schreie der Gequälten aller Zeiten. Das Böse lähmt uns und macht uns ohnmächtig. Hilf uns, an dich zu glauben und an die Kraft deiner Liebe, die uns stärkt inmitten der Erfahrung von Versagen,
Leid und Tod. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Bruder, den Herrn. Amen.

Große Fürbitten
Verborgener Gott, du hast das Leben deines Sohnes Jesus hingegeben aus Liebe zu allem, was du geschaffen hast. Im Vertrauen auf deine Liebe bringen wir durch Christus unsere Bitten vor dich:

Lasst uns beten für die Verantwortlichen in den verschiedenen Religionen: Dass sie ihre Gläubigen zur Achtung voreinander, zu Toleranz und Frieden erziehen. Dass sie lernen, den Menschen zu dienen und so zu Zeugen der Barmherzigkeit Gottes werden.

Lasst uns beten für die Menschen im Heiligen Land, dem Heimatland Jesu: Dass Juden, Christen und Muslime ihren gemeinsamen Ursprung als Kinder Abrahams bewusst halten und sich als Gläubige desselben Gottes verstehen. Dass sie einander Raum geben zum Leben, Hass und Gewalt überwinden und nicht aufhören, Wege zu Gerechtigkeit und Frieden zu suchen.

Lasst uns beten für Europa, wo wir in Frieden, Freiheit und in Wohlstand leben können. Dass nationalistisch motivierte Feindschaften überwunden werden und alle Bürger erkennen, dass wir
nur als geeinte Völkerfamilie die brennenden Probleme lösen können. Dass wir Lösungen für die Migranten und Flüchtlinge finden, damit sie sicher und menschenwürdig leben können.

Lasst uns beten für kranke, behinderte und Not-leidende Menschen, für alle Opfer von Katastrophen, Hass, Rassismus und sexuellem Missbrauch: Dass sie erfahren dürfen, dass die Christen sie nicht
übersehen. Dass ihre Situation viele Menschen zu Mitgefühl, aktiver Hilfsbereitschaft und echtem Trost bewegt.

Lasst uns beten für die wirtschaftlich Mächtigen, die politischen Mandatsträger und die Meinungsbildner:
Dass sie dazu beitragen, gesellschaftliche Gegensätze zu entschärfen und die Würde aller, besonders der Schwachen und Benachteiligten, zu schützen. Dass wir selber unser soziales Gewissen schärfen und uns für die Sicherung einer gerechten Zukunft aller Menschen einsetzen.

Lasst uns beten für unseren Papst, für die Bischöfe und die Kirche in unserem Land: Dass alle mit einem geistlichen Amt Beauftragten die Frohe Botschaft Jesu in einer zeitgemäßen Weise verkünden und die vom Heiligen Geist geschenkte Mündigkeit aller Gläubigen anerkennen. Dass sie das Wirken Gottes in den Zeichen unserer Zeit erkennen und mutig den synodalen Weg fortsetzen.

Lasst uns beten für alle, die an der Kirche leiden: die als Kinder und Jugendliche misshandelt und missbraucht wurden, deren Vertrauen in die Kirche und ihre Priester erschüttert ist, aber auch für jene, die die Folgen ihrer Schuld zu tragen haben. Dass die Verletzten Heilung erfahren, die Sünder zur Einsicht und Umkehr kommen und die Kirche die Kraft zu echter Erneuerung findet.

Lasst uns beten für alle, die sich ehrenamtlich einsetzen in den vielfältigen Tätigkeitsfeldern von Kirche und Gesellschaft, Natur und Umwelt: Dass sie im Guten durchhalten und bei Misserfolgen oder
geringer Wertschätzung geduldig sein können.

Lasst uns beten für uns selbst und für die Menschen, mit denen wir verbunden sind: Dass wir als deine Kinder uns unserer Würde bewusst sind. Dass wir den Wert und den Sinn unseres Lebens entdecken
und verwirklichen und bei Schicksalsschlägen den Glauben an dich nicht verlieren.

Lasst uns auch beten für alle Menschen, die in diesen Wochen schwer erkrankt sind; für alle, die in Angst leben und füreinander Sorge tragen; für alle, die sich in Medizin und in Pflege um kranke Menschen kümmern; für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen, und für alle, die Entscheidungen treffen müssen und im Einsatz sind für die Gesellschaft, aber auch für die vielen, die der Tod aus dem Leben gerissen hat.

Ewiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke;
viele Generationen haben dich als mächtig erfahren, als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind, und stärke in uns den Glauben, dass du alle Menschen in deinen guten Händen hältst.
Die Verstorbenen aber nimm auf in dein Reich, wo sie bei dir geborgen sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Verborgener Gott, höre die Stimmen derer, die dir ihr Leid entgegenschreien, und das Schweigen jener, die ohne Hoffnung verstummen. Erweise dich in unserer Mitte als Befreier von allem Bösen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Das Kreuz hat nicht das letzte Wort!
„Er hat in den Tagen seines irdischen Lebens mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört worden aufgrund seiner Gottesfurcht.“ (Hebr. 5,7)

Osternacht
Als Christen glauben wir an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Allem vorweg glauben wir daran, dass Jesus selbst von den Toten auferstanden ist. Sein Tod und seine Auferstehung werfen
ein ganz neues Licht auf das Leben, das Sterben und den Tod von uns Menschen. Wir glauben, dass wir mit Christus auferstehen werden. Seine Auferstehung macht unsere Auferstehung zum ewigen Leben
möglich. Der Tod ist für immer besiegt. Die Liebe macht es wahr.

Die Osternacht ist eine der schönsten Feiern im ganzen Kirchenjahr. Die Osternacht ist in ihrem Ursprung eine Vigil-Feier, eine Nachtwache, die in der Dunkelheit beginnt und einmündet in das
erste Licht des Ostermorgens.
Der Tod Jesu war öffentlich, die Auferweckung geschieht als stilles Geheimnis im Verborgenen.
Diese Verborgenheit und Stille des Handelns Gottes gilt es auszuhalten.
Noch sind wir von Dunkelheit und Nacht umgeben.
Das Duell zwischen Tod und Leben, Nacht und Licht, Schrecken und Freude umgibt uns.
Das kleine Licht der Osterkerze wird uns die Nacht erhellen.

Die Symbolik spricht für sich: Die Dunkelheit des Todes wird in dieser Nacht durch das Licht der Osterkerze vernichtet.
Christus hat uns aus der Nacht des Todes in das Licht des göttlichen Lebens geführt.
„Lumen Christi: „Ich bin das Licht der Welt“, sagt Jesus.“
Er will die Welt erhellen, erleuchten, erwärmen. Er ist unsere Orientierung.

Gebet
Gott, du hast die Schlüssel des Lebens! Wir danken für dieses Wunder, für Christus, der uns berührt hat mit seinem Wort und seinem österlichen Brot. Durch seine Auferweckung schenkst
du uns deine Zukunft. Lass das Osterlicht auf uns überspringen. Deine österliche Einfallskraft belebe uns. Wir wollen Christus suchen wie die Frauen am Grab und ihn finden in uns und zwischen uns, im rauschenden Fest und im grauen Alltag, in der Stille und in den Begegnungen, in deiner Kirche und an unscheinbaren Orten unseres Lebens.
Das erbitten wir, durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Nada te turbe
Lass dich nicht ängstigen, nichts soll dich schrecken!
Alles vergeht, nur Gott bleibt derselbe.
Alles erreicht der Geduldige.
Wer Gott hat, hat alles.
Gott allein genügt.
(Teresa von Avila)

Ostern: „Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“
„Frohe Ostern! Wir feiern die Auferstehung Jesu und seinen Sieg über den Tod. Wir feiern die Konsequenzen seines Sieges für unser eigenes Leben. Denn wir glauben, dass wir mit Christus leben werden, auch über den Tod hinaus. Wir feiern Ostern. Und wir feiern die Liebe, mit der uns Gott geliebt hat und liebt. Eine Liebe, die Auferstehung und Ewigkeit erst möglich macht. Denn Liebe verlangt nach der Ewigkeit. Liebe bleibt stärker als der Tod.“ (Thomas Diener)

Das erste Fest, das Christen feierten, war der Sonntag als der Tag, an dem Jesus von den Toten auferstand. Es war der 8. Tag der vergangenen oder der Erste Tag der neuen Woche, der Tag nach dem Sabbat. Damit wurde der „Sonntag“ zum Tag des „Herrenmahles“, zum Tag des „Brotbrechens“ wie ihn die frühen Christen nannten.
„Dies Solis“ (lateinisch), der „Tag der Sonne“: Historisch belegt, erließ am 3. März des Jahres 321 nach Christus Kaiser Konstantin der Große für das Römische Reich ein wegweisendes Edikt: „Alle Richter, Stadtleute und Gewerbetreibende sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen“. Damit wurde der Sonntag, wie der Name schon
ausdrückt, dem „sol invictus“, der „unbesiegbaren Sonne geweiht. Die erste staatliche Sonntagsgarantie war ausgesprochen. Seither ist er in den christlich geprägten Ländern der wöchentlich wiederkehrende Feiertag. Einige hundert Jahre später war der Sonntag fest etabliert.

Jeder Sonntag bedeutet für uns das „wöchentliche Osterfest“, wie es Augustinus beschrieb.
Die universale Kommunikation des auferstandenen Herrn ereignet sich hier immer wieder, denn er will für alle das Leben in Fülle.
Die Christen haben schon im ersten Jahrhundert den Sonntag in diesem österlichen Sinn gefeiert.
Sicher bezeugt ist die jährliche Osterfeier seit dem 2. Jh.
Die Ereignisse seines Übergangs vom Tod zum Leben wurden zunächst in einem die ganze Nacht dauernden Gottesdienst begangen. Erst im 4. Jh. hat sich das Gedenken der Ereignisse über mehrere
Tage entfaltet mit der Osternacht als Höhe- und Wendepunkt.

Gebet
Gott, unser Vater, es ist die Liebe, die du in unsere Herzen eingepflanzt hast, die uns das Leben begreifen lässt und das Geheimnis der Auferstehung deines Sohnes.
Wir danken dir für die Taten deiner Liebe, die in uns Großes bewirken: Dass auch wir mit Christus auferstehen und mit ihm leben werden.
Darauf vertrauen wir, bestärkt vom Heiligen Geist, durch deinen geliebten Sohn, unseren auferstandenen Bruder und Herrn. Amen.

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